Neue Studie: Fleisch- vs. Pflanzenbasiertes Trockenfutter in UK

Die prinzipielle Umsetzbarkeit von veganer Hundeernährung kann dank vieler Studien aus den vergangenen Jahrzehnten inzwischen recht zweifelsfrei angenommen werden. Daher liefern Futtermittelanalysen einen praxisnahen Mehrwert für das Verständnis des aktuellen Angebots. Sie sind, vor allem angesichts noch immer verbreiteter Skepsis, umso aufschlussreicher, wenn dabei vegane mit herkömmlichen Futtermitteln verglichen werden, da vielen Menschen eine Einordnung isolierter Analysen veganer Futtermittel schwerfällt. 

So gibt beispielsweise der Deutsche Tierschutzbund nach wie vor an, dass vegetarische/vegane Futtermittel “häufig nicht ausgewogen sind”, beruft sich dabei lediglich auf eine Untersuchung der Uni Leipzig (vgl. Starzonek et al. 2021), bei der drei vegane Hundenassfuttersorten analysiert wurden (wovon mindestens eine hier in Deutschland eher weniger genutzt werden dürfte) – ohne weitere Einordnung dazu, wie repräsentativ und kritisch die tatsächlichen Ergebnisse sind und wie herkömmliche Futtermittel in vergleichbaren Untersuchungen abschneiden.

Im September 2025 erschien eine neue Studie, die 31 Trockenfuttersorten für ausgewachsene Hunde analysierte. Diese wurden im September 2022 in UK nach allgemeinen (für die Futtermittelqualität irrelevanten) Kriterien ausgewählt und auf Proteingehalt, Aminosäureprofil, wie den Gehalt von Fettsäuren, weiteren Makro- und Spurenelementen, Vitamin D und sämtlichen B-Vitaminen untersucht und mit den Richtwerten der FEDIAF verglichen. Unter den 31 Futtermitteln befanden sich 19 fleischbasierte, 6 Spezialfutter und 6 pflanzenbasierte Sorten.

Generell waren die Ergebnisse zwischen den herkömmlichen und den veganen Sorten recht ähnlich, insbesondere der Mittelwert des Rohproteins lag sehr nah beieinander. Hinsichtlich des Aminosäureprofils schnitten die veganen Futtermittel besser ab. Die Gesamtmenge an Aminosäuren pro kcal war höher und schwankte weniger:

Lediglich eine der 6 veganen Sorten lag bei einer von zwei Methionin-Messungen unter der FEDIAF-Empfehlung, wohingegen 5 der 19 herkömmlichen Futtermittel bei mindestens einer der beiden Messungen unter der Empfehlung lagen.

Während die Fettsäureanalyse ergab, dass alle Futtermittel bestehende Richtwerte erfüllten, ergab die Untersuchung von Jod, dass die meisten Futtermittel eher um die Untergrenze der Empfehlung verteilt waren, mit einer stärkeren Tendenz der veganen Sorten, darunter zu liegen.

Der Vitamin D-Gehalt lag bei allen veganen Sorten im Referenzbereich.

Eine weitere Auffälligkeit war, dass einige B-Vitamine bei den veganen Futtersorten deutlich unter den FEDIAF-Richtwerten lagen:

Fazit

Keines der untersuchten Futtermittel erfüllte alle FEDIAF-Vorgaben. Defizite bei einzelnen Nährstoffen sind kein exklusiv “veganes” Problem, sondern hängen am Ende vom jeweiligen Futter, seiner Zusammensetzung und Produktion ab.

Generell ließe sich folgern, dass die untersuchten Hersteller bei herkömmlichen Futtermitteln evtl. mehr auf einzelne Aminosäuren, vor allem Methionin, aber vor allem bei pflanzlichem Futter auf eine ausreichende Anreicherung mit B-Vitaminen achten sollten. Ergänzung von B-Vitaminen ist ohnehin üblich, da für fleischbasiertes Futter der Gehalt in verschiedenen für die Herstellung verwendeten Organen und Körperteilen stark schwanken kann, und pflanzliches Futter z.B. aufgrund von B12 bereits auf Anreicherung angewiesen ist.

Die Versorgung mit B-Vitaminen ist in der pflanzlichen Ernährung durchaus gut möglich, wie auch die prospektive Fütterungsstudie von Linde et al. (2024) zeigte, die wir hier bereits vorgestellt haben. Dabei sind beispielsweise die zu niedrigen Vitamin B9-Serumwerte einiger Hunde im Laufe der Fütterung mit veganem Futter wieder in den Referenzbereich gelangt und auch die B12-Werte haben sich im Schnitt verbessert.

Hinsichtlich Jod sollte allgemein, besonders aber bei den pflanzlichen Sorten, nachgebessert werden.

Hinweis

Futtermittelanalysen wie in dieser Studie untersuchen lediglich die Futterzusammensetzung (vor der Aufnahme). Die tatsächliche Nährstoffabsorption hängt von verschiedenen Faktoren ab. So gewährleisten weder Nährstoffmengen, die den Empfehlungen entsprechen, eine ausreichende Versorgung, noch führt ein Gehalt unter dem Referenzbereich zwangsläufig zu einem Nährstoffmangel. Sie dienen u.a. als wertvoller Anhaltspunkt für Hersteller (um Produkte zu verbessern) und Halter (um einen Eindruck von potentiellen Herausforderungen bei den verfügbaren Futtermitteln zu bekommen) und tragen damit idealerweise zu einer steigenden Qualität der Futtermittel und zur besseren Gesundheit der Tiere bei.

Quellen

Brociek et al. (2025) Nutritional analysis of commercially available, complete plant- and meat-based dry dog foods in the UK. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0328506 

Deutscher Tierschutzbund (aufgerufen am 20.12.2025) Hunde richtig ernähren. https://www.tierschutzbund.de/tiere-themen/haustiere/hunde/hunde-richtig-ernaehren/ 

Starzonek et al. (2021) Beurteilung in Deutschland erhältlicher veganer Alleinfuttermittel für Hunde und Katzen. https://doi.org/10.1055/a-1552-2220  

Linde et al. (2024) Domestic dogs maintain clinical, nutritional, and hematological health outcomes when fed a commercial plant-based diet for a year. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0298942